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Motion des Grossen Rates im Kanton Bern
Der Regierungsrat wird ersucht, wie in anderen Kantonen, den Eidg. Dank-, Buss- und Bettag als Tag der Besinnung zu erneuern und ihn jedes Jahr mit aktuellen Inhalten zu füllen, so dass ihn die Bevölkerung wieder als Feiertag wahrnimmt. Dabei sollen möglichst alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften und weitere interessierte Organisationen und Gruppierungen einbezogen werden.
Begründung
Der Eidgenössische Dank-, Buss und Bettag wurde zwischen 1517 und 1832 von den Kantonen eingeführt und kann laut der Schweizerischen Bundeskanzlei nur von den Kantonen erneuert werden. Bundesamt Samuel Schmid in seiner Ansprache anlässlich des Bettags 2005: „Sein eigentliches Gewicht erhielt er (Bettag) in der Zeit, als unser Bundesstaat 1848 gegründet wurde. Vieles stand auf dem Spiel. So war es klug, mit einem gemeinsamen - eben einem „eidgenössischen“ Dank-, Buss- und Bettag darauf hinzuweisen, dass wir als Staat im christlichen Glauben verwurzelt sind. Der Tag sollte den Respekt vor dem Mitmenschen fördern.“
Der Bettag soll zur Stärkung der Gesellschaft, der Besinnung und in der Suche nach Gemeinsamkeiten im Kanton Bern dienen. Die Kirchen sollen sich auf ihre gemeinsamen Grundwerte besinnen und diese öffentlich und - soweit möglich - gemeinsam bekannt machen. Um den Dialog unter den Religionen und Kulturen zu fördern, sind bei diesen Bestrebungen soweit möglich auch Andersdenkende zur Zusammenarbeit einzuladen.
Der Bettag will insbesondere drei Werte vermitteln:
Dank: Dass es uns in der Schweiz und im Kanton Bern so gut geht, ist nicht nur unserem Wissen und Können zu verdanken. Im letzten Jahrhundert erlebten wir auch in vielerlei Hinsicht Bewahrung, die nicht auf eigene Verdienste zurückzuführen ist. Dafür können wir danken. Wer danke sagt, bringt damit den Glauben zu Ausdruck, Wesentliches sei ein Geschenk und nicht ein Erzeugnis. Wer dankt, empfängt, was gegeben wird. Dank bejaht das Leben.
Busse: Jede Regierung macht - auch unwissentlich - Fehler. Sie werden oft erst im Spiegel der Geschichte offenbar (z.B. Täuferverfolgungen, einzelne Fälle von Verdingkinder-Schicksalen u.a.). Busse tun entschuldigt und bereinigt. Die Haltung der Buss drückt aus, das kein Mensch und damit keine Regierung perfekt und fehlerlos ist. Darauf hinzuweisen und dies bewusst zu machen ist Aufgabe des Bettags.
Gebet: Ein Tag zum Innehalten. Auch ernsthaftes Bemühen, gute demokratische Entscheide, erarbeitete Kompromisse in der Politik und alles menschle Tun hängen von der Führung und dem Segen Gottes ab. Darum beten wir.